Litauens Ministerpräsident Mindaugas Sinkevičius hat nach seinem Treffen mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte in Brüssel vor überzogenen Warnungen vor einem unmittelbar bevorstehenden russischen Angriff gewarnt.
Er habe nach konkreten Erkenntnissen der Geheimdienste gefragt, ob Russland derzeit einen Angriff oder eine andere Aktion gegen NATO-Staaten vorbereite. Seine Antwort: „Tatsächlich gibt es keine.“ Der Bevölkerung dürfe nicht eingeredet werden, in den kommenden Wochen oder Monaten müsse zwangsläufig etwas geschehen.
Die Aussage ist brisant: Litauen liegt an der NATO-Ostflanke und zählt zu den schärfsten Gegnern Moskaus. Das Land investiert 5,38 Prozent seiner Wirtschaftsleistung direkt in die Verteidigung, baut Luft- und Raketenabwehr aus und bereitet die dauerhafte Stationierung einer deutschen Brigade vor.
Eine Entwarnung gab Sinkevičius zwar nicht, das allgemeine Risiko bleibe bestehen, es gebe jedoch keine Hinweise auf eine aktuell eskalierende Angriffsvorbereitung. Auch Rutte rief zur Ruhe auf.
Damit widerspricht ausgerechnet der Regierungschef eines Grenzstaates dem Eindruck, ein russischer Angriff stehe unmittelbar bevor.
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